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„Danke, wir haben schon eine Lösung.“

Autorenbild:  Ralph Herzberg
Ralph Herzberg
1. Okt.
2 Min. Lesezeit
Zwei Bulldogs im Büro: einer mit Aktenkoffer, einer hinter Schreibtisch; Text: Danke, wir haben schon eine Lösung.

Den Satz hören wir in der Akquise ziemlich oft.

Und eigentlich ist daran nichts Besonderes.

Trotzdem beschäftigt uns seit einiger Zeit ein Gedanke dazu.


Was bedeutet dieser Satz eigentlich aus Sicht des Unternehmens?

Nicht aus Sicht des Mitarbeiters, der ihn ausspricht.

Denn für den ist die Sache ziemlich klar:


Es gibt bereits eine Lösung. Sie funktioniert.


Ein neuer Anbieter bedeutet einen weiteren Termin, einen Vergleich, vielleicht Rückfragen und im Zweifel sogar Veränderung. Warum sollte man sich das antun?


Menschlich können wir das ziemlich gut nachvollziehen.


Nur sind die Interessen eines Mitarbeiters im Arbeitsalltag nicht zwangsläufig immer dieselben wie die wirtschaftlichen Interessen des Unternehmens.


Was für den Einzelnen zunächst zusätzliche Arbeit bedeutet, könnte dem Unternehmen dauerhaft Arbeit ersparen.

Was für den Einzelnen ein unnötiger Termin ist, könnte Kosten reduzieren.

Und was für den Einzelnen bequem funktioniert, muss für das Unternehmen noch lange nicht die wirtschaftlich beste Lösung sein.


Das ist gar kein Vorwurf.


Wir alle entscheiden im Alltag auch danach, was gerade auf unseren Schreibtisch passt. Und niemand kann sich jedes Angebot anhören, nur weil jemand behauptet, etwas besser zu können. Aber wo verläuft die Grenze?

Ab wann wird aus verständlicher Bequemlichkeit eine vertane Chance?

Und ab wann wird es wirtschaftlich sogar problematisch, wenn Alternativen gar nicht mehr geprüft werden?


Eins finden wir dabei besonders interessant:

Das Unternehmen erfährt meistens nie davon.


Es erfährt nicht von dem Anbieter, der vielleicht günstiger gewesen wäre.

Nicht von dem Prozess, der vielleicht jeden Monat Stunden gespart hätte.

Nicht von der Idee, die vielleicht tatsächlich besser gewesen wäre.

Denn all das wurde vorher aussortiert.

Vielleicht völlig zu Recht. Vielleicht aber auch nicht.

Wissen tut es am Ende niemand.


Wir finden diesen Gedanken durchaus spannend, weil Unternehmen viel über Effizienz, Kostenoptimierung und unternehmerisches Denken sprechen.

Aber wie viel davon kann man eigentlich von jedem einzelnen Mitarbeiter im täglichen Handeln erwarten?


Und wie stellt man sicher, dass aus einem verständlichen

„Danke, wir haben schon eine Lösung.“

nicht irgendwann ein

„Warum hat sich das eigentlich nie jemand angeschaut?“


Wie seht ihr das?


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