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Cradle to Cradle klingt großartig.

Autorenbild:  Ralph Herzberg
Ralph Herzberg
vor 7 Stunden
2 Min. Lesezeit
APARTMENTHELDEN: Kreisverkehr und die Frage Hauptsache Kreislauf? Eine gute Idee wird nicht schlechter, wenn man sie hinterfragt.

Cradle to Cradle klingt großartig.


Materialien im Kreislauf. Bauteile wiederverwenden. Gebäude verändern, statt irgendwann alles herauszureißen und zu entsorgen.


Wer könnte etwas dagegen haben? Wir jedenfalls nicht.


Uns fasziniert nur, was passiert, sobald eine gute Idee einen Namen bekommt.


Plötzlich gibt es erstaunlich viele Experten dafür. Berater. Keynotes. Workshops. Zertifizierungen. Podcasts. Und Menschen, die erklären, warum wir uns jetzt unbedingt damit beschäftigen müssen.


Mit neuen Themen lässt sich eben auch neues Geschäft machen. Kennen wir. 😉


Interessanter finden wir etwas anderes.


Je häufiger eine These wiederholt wird, desto schneller wird aus „Das könnte sinnvoll sein“ ein „So müssen wir künftig bauen.“ Und genau da hören wir auf zu nicken.


Nicht weil wir Cradle to Cradle für falsch halten, sondern weil Immobilien irgendwann die PowerPoint verlassen. Dann müssen sie finanziert, gebaut, betrieben, instand gehalten und verändert werden.


Die wirtschaftlichen Fragen


Eben dann werden die Fragen plötzlich ziemlich profan:


Was kostet die Kreislauffähigkeit zusätzlich?


Was davon senkt tatsächlich die Lebenszykluskosten?


Welche Bauteile werden in 20 Jahren wirklich wiederverwendet?


Wer will sie dann haben?


Welchen heute kalkulierten Restwert können wir später tatsächlich realisieren?


Anpassungsfähigkeit von Apartmenthäusern


Insbesondere für Apartmenthäuser finden wir den Ansatz hochinteressant.


Küchen ändern sich. Technik veraltet. Möblierung wird ausgetauscht. Zielgruppen und Betreiber können wechseln.


Ein Gebäude, das sich wirtschaftlich anpassen lässt, kann deshalb einen echten Wert haben. Kann.


Dieses kleine Wort geht uns in der Diskussion manchmal etwas zu schnell verloren.


Kreislauffähigkeit ist noch kein Business Case


Wiederverwendbar ist noch nicht wiederverwendet. Ein theoretischer Restwert ist noch kein Verkaufserlös. Und Kreislauffähigkeit ist noch kein Business Case.


Deshalb würden wir Cradle to Cradle weder reflexartig feiern noch reflexartig ablehnen. Wir würden rechnen. CAPEX. Betrieb. Lebenszykluskosten. Anpassungsfähigkeit. Restwerte. Und danach schauen, was von der schönen Theorie im konkreten Projekt übrig bleibt.


Gute Ideen brauchen keine blinden Anhänger. Sie brauchen Menschen, die die richtigen Fragen stellen. Und manchmal auch jemanden, der nachrechnet.


Die APARTMENTHELDEN


Markt verstehen. Geschäft machen.


 
 
 

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